Tier-Welt-Hilfe-NRW - Förderinitiative Tier-Welt-Hilfe-NRW e.V .
Presseberichte 2009
 
 
Eine Tafel für Tiere
Unser Vest, 05.11.2009, Sabine Kruse ,  0 KommentareTrackback-URL
 
 
Vest. Yvonne und Mathias Döring wollen sozial Bedürftige mit Futter- und Sachspenden für ihre Hunde, Katzen und Co. unterstützen
 
Tafeln für Tiere? Gibt es längst: In Hamburg, Berlin, München, Düsseldorf . . – „aber leider bislang noch nicht im Kreis Recklinghausen”, bedauert Yvonne Döring (34). Doch sie und ihr Mann Mathias (36) haben fest vor, dies zu ändern. Denn die beiden Marler sind sich sicher: Zunehmend mehr Haustieren muss die Gesellschaft heutzutage unter die, sagen wir mal so: Pfoten greifen. Weil deren Halter es selbst allein nicht mehr können. „Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass bei immer mehr Menschen das Geld nicht mehr reicht, um das Futter für ihr Haustier zu bezahlen”, sagt Yvonne Döring. Die Konsequenz sei dann oftmals, dass Frau- oder Herrchen sich von dem ihnen lieb gewordenen Gefährten trennten: diesen verschenkten, im Tierheim abgäben. Oder sogar aussetzten. „Das”, sagt Yvonne Döring, „wollen wir verhindern.” Zumal die meisten Menschen ja an ihrem Tier hängen: Dies wissen die Dörings – als Besitzer zweier Hunde, mehrerer Geckos, Kornnattern und Wassseragamen – aus eigener Erfahrung. Wer also Hund, Katze und Co. in Not unterstütze, lautet daher das Credo der Marler, der helfe letztlich auch seinen Mitmenschen. Ähnlich der „Tafel” für Hartz-IV-Empfänger und anderer Sozialschwacher soll dabei die „Tier-Rettungsstation” funktionieren, die die Dörings und weitere Mitglieder der „Förderinitiative Tier-Welt-Hilfe-NRW” in Marl planen. Noch suchen sie für diese nach geeigneten (möglichst kostenlos nutzbaren) Räumlichkeiten. Noch hofft Yvonne Döring auch auf weitere Tierfreunde, die ihr Projekt unterstützenswert finden. Das Konzept indes steht: So soll jeder Tierhalter gegen Nachweis seiner sozialen Bedürftigkeit (Hartz-IV-Beleg, Rentenbescheid, u. ä.) und seiner Tierhalterschaft Futter- und Sachspenden ausgehändigt bekommen, die den Bedarf des Tieres für eine Woche abdecken. „Allein für Hundefutter”, rechnet Yvonne Döring dabei die mögliche Entlastung vor, „muss man normalerweise 30 bis 50 Euro im Monat aufwenden.” Alles, was in der „Tier-Rettungsstation” an Bedürftige abgegeben wird, müssen die Dörings vorher indes einsammeln. Und so sind sie nicht zuletzt auch auf der Suche an Spenden. Vom Hundefutter bis zum Vogelkäfig, vom Katzenkratzbaum bis zur Kleintierstreu können Privatleute, aber auch Firmen mit einem Herz für Tiere dieses etwas andere Tafel-Projekt (nicht zu verwechseln mit dem bundesweiten Projekt Tafel e. V.) dabei unterstützen. Und damit, sind die Dörings fest überzeugt, eine gute Sache: „Für viele Menschen ist ihr Tier schließlich der letzte Halt.”
 
Kontakt: 02365 380 36 39, 0157 81 80 40 89
 
Quelle: www.waz.de (05.11.2009)
 
---------------------------------------------------------------------
 
"Vielen Menschen fehlt das Geld,
um ihre Tiere halten zu können"
 
Marlerin Yvonne Döring will eine Rettungsstation aufbauen.
Wenn andere Urlaub machen, hilft sie den Tieren
 
 
 
 
Marl (eib). So ist das, wenn man als Kind kein Tier haben durfte: Man lebt seine Leidenschaft einige Jahre später um so mehr aus. Das große Herz für Tiere rückt fast in den Lebensmittelpunkt. Yvonne Döring, 34 (Bild r.), hat so ein großes Herz. Die gelernte Bürokauffrau lebt mit ihrer Familie seit zweieinhalb Monaten in Marl und hat das Thema Tierhilfe fest in den Griff genommen.Ihre Wohnung ist kein Tierheim. Von den ausgestopften Tieren vor der Wohnungstür ist sie nicht besonders begeistert. Eher von den Wellensittichen im großen Käfig, von Agame, Gecko und Kornnattern in den Terrarien. Die beiden großen Mischlingshunde haben ihre Freiheiten in der Wohnung ausgelebt, einen portugiesischen Hund musste sie abgeben, er habe sich völlig „daneben benommen“.Kürzlich war sie wieder in Portugal. Nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um sich in einer Auffangstation für Hunde in Santo Tirso nützlich zu machen. Seit 2007 ist sie hier aktiv. Von hier bringt sie herrenlose Hunde mit nach Deutschland. Auf diese Weise rettet sie sie davor, getötet zu werden. Drei werden es diesmal sein, alle Tiere seien bereits vermittelt. Natürlich nicht kostenlos, schließlich müssen Tierarzt, Versorgung und Transport bezahlt werden.Tierliebe kostet Geld, und das ist der Ansatzpunkt für Yvonne Döring. „Viele Menschen haben nicht mehr genug Geld, um ihre Tiere versorgen zu können.“ Hier will sie einspringen, so eine Art Tiertafel in Marl gründen, „eine sogenannte Tier-Rettungs-Station“. Sie will Tiernahrung einsammeln, Käfige und alles, was man zur Tierhaltung braucht. Das soll dann einmal, später zweimal in der Woche an Bedürftige verteilt werden.Die organisatorischen Grundlagen bereitet sie gerade vor, die „Förderinitiative Tier-Welt-Hilfe-NRW“ ist (mit ihr als erster Vorsitzenden) gegründet worden, jetzt geht es um die Anerkennung als „e.V.“. Dann können Spenden steuerlich geltend gemacht werden.Sie ist noch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für die Spenden (möglichst kostenlos). Bis dahin müssen ihr Keller und ihre Garage in der Sickingmühler Straße 96 herhalten.Die Tierschützerin will von Marl aus ein großes Netzwerk aufziehen. Sie hat bereits bei mehreren Organisationen mitgearbeitet, Kontakte sind über das Internet zusammengekommen, die sieben Gründungsmitglieder ihres Vereins verteilen sich auf ganz Deutschland.Nur die Zusammenarbeit mit dem Tierheim ist nicht ihre Sache. „Die bekommen genug Geld“, erklärt sie und geht auf Distanz. Dann lieber selber ganz von vorne anfangen, unterstützt von ihrem Mann und ihren vier Kindern.Tiere zu vermitteln gehört auch zu den Vereins-Aufgaben. Nur im Dezember nicht. „Tiere sind keine Weihnachtsware“, urteilt sie kritisch. Da müssten Menschen und Tiere vor Fehlentscheidungen geschützt werden.
Kontaktaufnahme: Telefon 02365/380 36 39, 01522/809 49 46. Internet: www.twh-nrw.de
 
Quelle: Sonntagsblatt/Marlaktuell 31.10.2009 (G.Eiben)