Reisebericht Oktober 2009
Besuch bei der Auffangstation ASAAST in Santo Tirso
Manuela holte uns vom Hotel ab und wir fuhren nach Santo Tirso zur Auffangstation ASAAST. Es waren 27 Grad als wir an kamen und der Wind stand so günstig, das wir gleich die volle Nasenladung an Geruch von Urin und Kot ab bekamen.

Es war ein Bild es Grauens, was uns erwartete. Überall lagen gefährliche Gegenstände herum, die die Tiere bei jedem Gang hätten verletzen können.

Die Hunde freuten sich über diese Abwechselung, denn unserer 6jährige Sohn wurde umzingelt und spielte fleissig Bällchen mit den Hunden.
Vorallem Casie hatte ihren Spass. Die kleine Hündin wartet schon seit Februar 2008 darauf, endlich eine liebevolle Familie zu finden. Manuela zeigte uns die Auffangstation. Auf den letzten Bildern sah die Station sooooo gross aus, aber das täuschte, denn auf einem kleinen Grundstück befinden sich 239 Hunde, die sich mit 7-10 Tieren einen Zwinger teilen. Die Nasen wurden an die

Zäune gedrückt und alle wollten gestreichelt werden. Rita, die ich schon von Emails kannte, war schon dabei mit Schüppe und Kehrbesen den Kot auf zu sammeln. Andere Frauen spritzten den Urin aus den Zwingern. Es stank erbärmlich.Viele Hunde warten schon so lange darauf adoptiert zu werden. Viele alte Hunde sitzen dort und dämmern vor sich hin, denn was sollten sie sonst auch machen.

Eine kleine Hündin sitzt schon seit über 4 Jahren in der Auffangstation. Sie ist schon richtig depressiv. Ich habe ihr versprochen ein schönes Zuhause für sie zu finden, denn in Portugal hat sie einfach keine Vermittlungschance, dabei ist sie so verschmust und so lieb. Unserer Sohn streichelte sie die ganze Zeit und sie genoss es richtig.
Manuela und ich machten uns an die Arbeit und reinigten die Zwingeranlagen und das Aussengehege. Was man eigentlich nicht als Aussengehege bezeichnen konnte, denn hier lauerten Gefahren, die es in einem deutschen Tierheim nie geben würde.
Es lagen Zaunelemente, Flaschen, Bruchsteine und Fässer herum. Näheres und Bildlich festgehalten in der Fotogalerie.
Sie können es sich gar nicht vorstellen, wie es dort LIVE aussieht. ASAAST wird nur von 4-8 Frauen betrieben. Die in der Woche arbeiten gehen und Samstags dann die Auffangstation reinigen. Eine Frau kommt jeden Tag 2x zum Füttern vorbei. Deshalb ist es so wichtig, das ASAAST dringend Hilfe von Aussen bekommt, denn hier ist wirklich jede Hilfe gefragt. Viele Hunde schauten uns so traurig an, das wir die Tränen nicht verstecken konnten. Wenn Sie mal in Porto sind, dann fahren Sie doch einfach mal ins 30km entfernte Santo Tirso und helfen Sie den Betreuern. Futter wird dort nur von den Tierpaten gesponsort. Die Stadt macht gar nichts. Sie ist froh, das es ASAAST gibt, aber unterstützen tut sie die Auffangstation nicht. Jeder Cent, den Sie entbehren können, ist hier dringend erforderlich und wird für Futter, für Tierarztrechnungen und für den Ausbau von ASAAST benötigt.
Als wir ankamen, befanden sich 8 Säcke á 15kg Trockenfutter für 239 Hunde in der Auffangstation. Es gibt kein Spezialfutter für die alten und kranken Hunde. Welpenfutter erst recht nicht. Die Hunde schlafen in zerkauten Körbe, wenn sie welche haben. Ansonsten auf Holzpaletten oder auf Beton. Es fehlt an allen Ecken und Kanten etwas. Wenn der Winter eintritt, frieren die Hunde. Die Dächer sind nur provisorisch aus Wellblech aufgelegt. Die Zäune müssen an einigen Stellen geflickt werden. Die ganze Auffangstation muss grundsaniert werden. Es gibt kein Welpengehege, keine Krankenstation. Es gibt eigentlich gar nichts dort, was es den Tieren erleichtert dort zu sein.
Wir möchten Ihnen unsere Bilder nicht vorenthalten und haben mehrere Videos daraus gemacht. Bilder erzählen mehr als Tausend Worte. Besuchen Sie die Auffangstation in Portugal mal persönlich, denn diese Bilder lügen nicht.